37. Internationale Dental-Schau 2017

Mit einem Rekordergebnis und ausgezeichneter Stimmung endete am Samstag, dem 14. März 2015, die 36. Internationale Dental-Schau (IDS) nach fünf Tagen in Köln. Rund 139.000 Fachbesucher aus 152 Ländern besuchten die Weltleitmesse der Dentalbranche, was einer Steigerung von fast elf Prozent im Vergleich zur Vorveranstaltung entspricht. Neue Bestmarken erzielte die IDS auch bei Ausstellern und belegter Fläche. 2.199 Unternehmen aus 59 Ländern präsentierten auf 157.000 m² Bruttofläche eine Vielzahl an Innovationen, Produktweiterentwicklungen und Services. Seien Sie in 2017 vom 21. – 25. März auf der Weltleitmesse der Dentalbranche in Köln dabei.

36. Internationale Dental-Schau 2015

29. Internationale Dental-Schau 2001

28. Internationale Dental-Schau 1999

Die Internationale Dental-Schau des VDDI nicht nur Leistungsbeweis der deutschen Dentalindustrie
Walter Dürr

Der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie (VDDI), Walter Dürr, hat anläßlich der Europa-Pressekonferenz, am 27. Januar 1999 im Dom-Hotel zu Köln, über die internationale Dental-Schau und ebenso über die von ihm seit der IDS 1997 gelei­ tete nationale Fachweltvereinigung berichtet. Dieses Referat bildet die Grundlage für diesen Prolog im lOS-Journai 1999, das- mit dem VDDI als Herausgeber- zum umfassenden lOS­ Informations-Service 1999 gehört. Weitere Beiträge über die IDS und den VDDI sind in dieser lOS-Journai-Ausgabe zu finden.

Köln der optimale Standort

Im Jahr 1999 findet die lOS zum 28. Mal statt und davon zum 7. Mal in Köln. Wenn seit 1992 die lOS ausschließlich in Köln veranstaltet wird und auch nach dem Jahr 2000 in der weltberühmten Domstadt am Rhein bleiben wird, so zeigt dies, daß der Erfolg der IDS und der Messestandort Köln eng miteinander ver­ bunden sind. Die Termine für 2001 und 2003 sind bereits vertraglich vereinbart.

Die neue Rekordbeteiligung in- und ausländischer Aussteller ist sicherlich auch das Ergebnis einer welt­ offenen Messepolitik unseres Verbandes, der Wert darauf legt, daß die Dentalindustrie aus aller Weit auf der IDS ideale Ausstellungsbedingungen vorfindet, um sich im internationalen Wettbewerb zu präsentieren. Damit ist die lOS ein hervorragendes Schaufenster von globaler Bedeutung für die Dentalindustrie, die hier gleichermaßen ihre Kunden ebenfalls aus aller Welt trifft. Aber die IDS ist nicht nur ein Marktforum im Sinne der Demonstration von Produkten und Verfah­ ren, sie ist auch eine Kontaktbörse für die internatio­ nale Dentalfamilie und ein Kommunikations- und Dis­ kussionsforum für Wissenschaft und Wirtschaft, denn nicht selten gehen auch innovative Impulse von der IDS aus.

Produkt häufig zur IDS vorgestellt

Dabei geht es nicht nur um neue Werkstoffe für die von den Patienten zunehmend gewünschten metall­ freien Restaurationen, sondern auch um aktuelle Entwicklungen z. B. zur zahnsubstanzschonenderen Behandlung oder auch den Trend zum immer stärke­ ren Einsatz von Elektronik nicht nur bei einzelnen Geräten in Klinik, Praxis und Labor, sondern in beson­ derem Maße auch zur internen und externen Ver­ netzung der Zahnarztpraxis.

Das Umfeld der IDS

Europa schließt sich enger zusammen. Ein Schritt in diesem Prozea des Ausbaus und der Integration nach innen ist die Einführung des EURO am 1. Januar 1999 als gemeinsame Währung, an der bekanntlich zu­ nächst 11 der 15 EU-Staaten beteiligt sind.

Allein die Europäische Union der 15 Mitgliedsländer, in deren Zentrum die lOS stattfindet, ist wirtschaft-lich betrachtet ein Raum, in dem rund 375 Millionen Men­ schen auf geographisch engem Raum leben, davon fast 80% in den sogenannten fünf großen Staaten, nämlich Deutschland (22%), Großbritannien (16%), Frankreich (15%), Italien (15%) und Spanien (10%). ln diesem Wirtschaftsraum praktizierten 1997 rund 215.000 Zahnärzte, d. h. jeder Zahnarzt ver-sorgt durchschnittlich 1.895 Menschen. Außerdem arbeiten in Europa rund 40.000 gewerbliche zahntechnische Labors. Schätzungen zufolge bietet die Europäische Union ein Marktpotential von rund 1,8 Mrd. Euro in Herstellerpreisen ab Werk. Die Produktion der euro­ päischen Dentalhersteller wird auf gut 2,2 Mrd. Euro geschätzt. Der größte Anteil entfällt jeweils auf Deutschland, gefolgt von Italien und Frankreich.

Ohne CE-Zeichen geht nichts mehr

Der 14. Juni 1998 war ein wichtiges Datum für die europäische Dentalindustrie, da zu diesem Termin die Europäische Medizinprodukte-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt sein mußte. Die nach dieser Richt­ linie erfolgreich zertifizierten Produkte tragen das CE­ Zeichen das auch für Nicht-EU-Länder Vorteile bringt: Denn ei,nmal in irgendeines der EU-Mitgliedstaaten verbrachte Produkte können unter Einhaltung der EU-weit geltenden Anforderungen ohne weiteres Procedere auch in jedem anderen EU-Land in Verkehr gebracht werden.

Um dem Handel den Abverkauf von Produkten ohne CE-Zeichen, die vor dem 14. Juni 1998 eingekauft worden waren – also beim Handel auf Lager waren -, zu ermöglichen, einigten sich die Mitgliedstaaten der EU mit der Europäischen Kommission auf die Einrich­ tung einer Übergangsfrist bis zum Jahre 2001. Der Anteil von Produkten ohne CE-Zeichen ist jedoch der­ zeit schon relativ gering, da es für die Industrie bereits seit 1995 möglich war, sich freiwillig der zur Verleihung des CE-Zeichens führenden Zertifizierung nach EN ISO 9001/9002 und EN 46001/46002 zu unterziehen. Von dieser Möglichkeit hatte eine Vielzahl von Unter­ nehmen Gebrauch gemacht, was zu einer Etablierung des CE-Zeichens auf dem Markt schon weit vor dem eigentlichen Pflichttermin führte.

ln diesem Zusammenhang ist die Bedeutung der Be­ mühungen um gegenseitige Anerkennung von Pro­ duktzertifizierungen sowie Normen und Regelwerken zwischen den für die EU wichtigen Handelspartnern wie z. B. Japan und USA hervorzuheben.

Der deutsche Fachwelt – ein potentieller Marktfaktor

Der größte dentale Einzelmarkt in Europa ist die Bun­ desrepublik Deutschland mit gut 60.000 praktizieren­ den Zahnärzten. Außerdem gibt es rund 8.000 ge­ werbliche zahntechnische Betriebe mit rund 56.000 angestellten Zahntechnikern. Schließlich übernehmen rund 80 Dentaldepots mit 250 Verkaufsstellen den Vertrieb für die Dentalindustrie, sofern diese die Zahn­ ärzte und Zahntechniker nicht direkt beliefert.

Die Kosten für die zahnmedizinsehe Versorgung der deutschen Bevölkerung erreichten 1997 rund 23,3 Mrd. DM. Dies entspricht einem Anteil von ca. 0,6% am deutschen Bruttoinlandsprodukt oder einem durchschnittlichen Jahresbetrag von DM 285,- je Ein­ wohner. Der Anteil für das zahnärztliche Honorar für Prophylaxe, Zahnerhaltung und Chirurgie belief sich 1997 auf DM 14,9 Mrd, für Zahnersatz auf DM 8,4 Mrd. Dies entspricht einem Anteil von 7,8% bzw. 4,4% an den gesamten Leistungsausgaben der sozia­len Krankenversicherung.

Das im internationalen Vergleich hohe Versorgungs­ niveau in Deutschland, das bislang in großem Umfang von den Krankenkassen auf der Grundalge der Soli­ dargemeinschaft der Versicherten bezahlt wurde, ist in den vergangenen Jahren immer weniger bezahlbar geworden. So ist es auf Dauer kaum vermeidbar, auch wenn die neue Bundesregierung wieder zur Sach­ leistung zurückgekehrt ist, daß der Patient künftig einen wachsenden Anteil seiner zahnmedizinisch­ zahntechnischen Versorgung privat zu zahlen hat. Eigenverantwortung und Eigenbeteiligung des Patien­ ten bedeutet aber auch gleichzeitig, daß der einzelne Patient künftig noch mehr als zuvor für seine finan­ zielle Eigenleistung eine qualitativ gute Versorgung erwartet. Diese höheren Erwartungen der verschiede­ nen Behandlungsalternativen, stellen erhöhte und zum

Teil ebenso ganz neue Anforderungen an den Zahn­ arzt, so z. B. hinsichtlich seiner Kommunikations­ fähigkeit sowie seines Praxismarketing und seiner ver­ trauensbildenden Maßnahmen.

„ProDente“ die gemeinsame Aktion der nationalen Fachweltverbände

Nicht zuletzt auf Grund dieser jüngsten Entwicklung haben sich die Verbände der Zahnärzteschaft, des Zahntechnikerhandwerks, des Fachhandels und der Industrie zu einer gemeinsamen Aktion .,ProDente“ zusammengeschlossen, die über gezielte und öffent­ lichkeitswirksame Patientenaufklärung sowie Werbe­ maßnahmen in den unterschiedlichsten Medien die Schaffung eines Bewußtseins für Zahn- und Mund­ gesundheit in der Bevölkerung zum Ziel hat. Je erfolg­ reicher diese Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit ist, desto eher werden Menschen bereit sein, mehr als das gerade medizinisch Erforderliche in ihre Zahn­ und Mundgesundheit, die ja nicht zuletzt auch auf Grund ihrer ästhetischen Aspekte ein Stück Lebensqualität bedeutet, zu investieren.

Der VDDI und seine Mitgliedsunternehmen

Derzeit gehören der Berufsvertretung der deutschen Dentalindustrie 190 Mitgliedsfirmen an, bei denen es sich ausschließlich um Hersteller handelt. Wie in den meisten anderen Ländern sind diese überwiegend mit­ telständisch strukturiert und zählten in 1997 rund 13.000 Beschäftigte. Seit gut einem Jahr ist es auch für deutsche Töchter ausländischer Hersteller mög­lich, Mitglied im VDDI zu werden, wovon auch schon verschiedene europäische, japanische und US-ameri­ kanische Firmen Gebrauch gemacht haben.

Gemäß der jährlich vom VDDI durchgeführten Mit­ gliederbefragung betrug der Industrieumsatz in 1997 ca. 3,9 Mrd. DM. Die Zahlen für 1998 liegen derzeit noch nicht vor.
Innerhalb der EU waren – Hochrechnungen zufolge – in 1998 – wie auch in früheren Jahren – wieder Frank­ reich (96,3 Mio. DM), gefolgt von Italien (78,1 Mio. DM), den Niederlanden (59,5 Mio. DM), Großbritannien (50,4 Mio. DM) und Österreich (46,8 Mio. DM) die größten Abnehmerländer. Der Anteil der EU-Länder insgesamt am Exportvolumen (1,17 Mrd., DM) der deutschen Dentalindustrie betrug 1998 mit einem Wert von 474,4 Mio. DM rund 41%. Im Vergleich zum Jahr 1997 verzeichnen sowohl der Gesamtexport (+5,4%) als auch die Exporte in die EU-Länder (+3,6%) einen erfreulichen Aufwärtstrend. Weltweit betrachtet waren 1998 die USA, Frankreich, Italien, Japan, Rußland, die Niederlande, die Schweiz und Großbritannien die wichtigsten Abnehmerregionen für Dentalprodukte ,Made in Germany“. Auf Grund der Asien-Krise im all­gemeinen und der Japan-Krise im besonderen, wurde Japan zum ersten Mal seit vielen Jahren von seinem traditionellen zweiten auf den vierten Platz verdrängt, während Rußland vom achten auf den fünften Platz vorrückten konnte.

Die Importe ausländischer Dentalprodukte nach Deutschland beliefen sich 1998 auf insgesamt gut 342 Mio DM, was einem Rückgang um ca. 9% zum Vorjahr entspricht. Auch die deutschen Importe aus den EU-Staaten nahmen im selben Zeitraum um knapp 8% ab und beliefen sich auf 112,9 Mio. DM in 1998. Auf diese Länder insgesamt entfiel damit ein Anteil von 33% am deutschen Gesamtimport. Global betrachtet importierte Deutschland vornehmlich aus den USA, der Schweiz, Italien, Österreich, Japan, Frankreich, den Niederlanden und Brasilien. Auffällig ist, daß gerade bei den wichtigsten Importländern z. T. drastische Rückgänge im Vergleich zum Jahr 1997 zu beobachten sind: So gingen z. B. die Importe aus der Schweiz um knapp 18% und aus Italien um knapp 15% zurück, und es fand ein Platztausch zwischen der Schweiz und den USA an der Spitze statt.

Die lOS 1999 als Impulsgeber

Die IDS 1999 findet an der Schwelle zum neuen Jahr­ tausend statt. Für den einen oder anderen ist dies sicherlich Anlaß, die Entwicklungen der vergangenen Jahre zu bilanzieren und neue Perspektiven für unse­ ren Industriezweig zu entwickeln, der zum Wohle der Patienten sicherlich schon zahlreiche Erfolge und Verdienste verbuchen durfte. ln diesem Sinne freut es mich besonders, einmal festzuhalten, daß die Dental­ industrien Europas – sowohl hinsichtlich ihrer Lei­ stungsfähigkeit als auch ihres Volumens- weltweit zur Spitze gehören.

Es besteht die sicherlich berechtigte Zuversicht, daß gerade die IDS 1999 wieder zukunftsträchtige Impulse geben wird.

ln diesem Sinne begrüßt der VDDI – zusammen mit der KölnMesse-die Dentalweit erneut in der großen traditionsreichen und doch so modernen großen deutschen Stadt am Rhein, deren Dom zum Weltkulturerbe gehört, und für die die Internationale Dental-Schau immer wieder zu den wichtigen Ereig­ nissen ihres Messewesens zählt.

lOS 1999: Ausstellerbeteiligung
Stand bei Redaktionsschluß

Aussteller (1. ZahQ mit zusätzlich vertretenen Firmen (2. Zahl)

Deutschland: 503 + 84
Ausland: 545 + 69
Gesamtzahl aus 39 Ländern: 1048 + 153

Argentinien 8
Australien 2
Belgien 5+1
Brasilien 8
Dänemark 14 + 1
Finnland 8+2
Frankreich 33 + 6
Griechenland 3+2
Großbritannien 24 + 4
Indien 4
Iran 2
Irland 1
Israel 19 + 1
Italien 100 + 11
Japan 14 + 1
Kanada 9+2
Kolumbien 2
Korea (Republik) 4 + 1
Libanon 1
Liechtenstein 8
Malaysia 4+1
Niederlande 21 + 3
Österreich 12 + 2
Pakistan 11
Peru 1
Polen 1
Rußland 3
Schweden 32
Schweiz 38 + 2
Slowenien 3
Spanien 15
Südafrika 1
Taiwan 6+2
Thailand 0/1
Tschechien 4
Türkei 2
USA 121 + 26
Weißrußland (Belarus) 2

27. Internationale Dental-Schau 1997

26. Internationale Dental-Schau 1995

25. Internationale Dental-Schau 1992

IDS 1992 Logo
1992: 25. IDS in Köln und FDI-Ausstellung in Berlin
Nachdem sich die FDI 1992 erneut für die Bundesrepublik Deutschland als Schauplatz eines Weltzahnärztekongresses entschieden hatte und Berlin als Kongressstadt auswählte, sah sich der VDDI aus politischen Gründen veranlasst, neben der 25. IDS in Köln auch eine Dentalausstellung in der neuen Bundeshauptstadt zu organisieren.

75 Jahre VDDI – 25. Internationale Dental-Schau – IDS

Tradition verpflichtet. Dieser Tatsache ist sich der Verband der Deutschen Dental Industrie e.V. (VDDI) bewußt, der 1991 sein 75jähriges Jubiläum feiern konnte.

Der VDDI repräsentiert eine Industrie, die dank ihrer Leistung weltweit hohes Ansehen genießt und die durch Innovationen und Qualität made in Germany immer wieder maßgeblich zum technischen Fortschritt in der Zahnmedizin und Zahntechnik beigetragen hat. Dies wird ermöglicht durch überdurchschnittliche Investitionen in Forschung und Entwicklung, aber auch durch eine enge
Kooperation von Wissenschaft, Arbeitspraxis und Industrie. Außerdem arbeiten der Verband und seine Mitgliedsfirmen in einer Vielzahl nationaler und internationaler Verbände und Gremien mit.

Der VDDI und die Deutsche Dental Industrie befürworten einen freien Welthandel und einen fairen Wettbewerb, der nicht zuletzt durch stetig verbesserte Produkte und Verfahren den Menschen und
ihrer Gesundheit dient.

Dies wird auch erneut die IDS ’92 zeigen, die vom VDDI zum 25. Mal veranstaltet wird. Ihre Spitzenstellung verdankt die IDS der großen Breite ihres internationalen Angebotes, das weltweit seinesgleichen sucht.

Erfolge in der Vergangenheit sind für den VDDI und seine Mitgliedsfirmen auch gleichzeitig Ansporn für die Zukunft. Die Deutsche Dental Industrie betrachtet es deswegen als ihre Aufgabe, auch künftig Produkte auf den Markt zu bringen, die sich durch hohe Präzision und Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit im Betrieb sowie Einfachheit in der Bedienung und Wartung auszeichnen.

Verband der Deutschen Dental Industrie e.V. (VDDI)

Dr. Jürgen Eberlein – 1 . Vorsitzender

Dipl.-Kfm. Harald Russegger – Geschäftsführer

23. Internationale Dental-Schau 1986


23. IDS Köln – Internationale Dental-Schau – 7. bis 12. April

Ausführungen von Dr. Jürgen Eberlein, Mitglied des Beirats des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie, aus Anlaß der Eröffnungs-Pressekonferenz zur 23. IDS am 7. April 1986, 11 .00 Uhr, Konferenzraum 3/4, Congress­ Centrum Ost, KölnMesse

Dental-Werkstoffe – Problematik der Einordnung in das AMG sowie mögliche negative Folgen für die Kostendämpfung

Ein für die Hersteller von zahnärztlichen Verbrauchsmaterialien nach wie vor wichtiges Thema ist die Frage, inwieweit die dentalen Werkstoffe zulassungspflichtig oder lediglich Gegenstände im Sinne AMG sind.

Den Ausführungen vorangestellt muß betont werden, daß selbstverständlich jegliche Dentalmaterialien, von denen eine pharmakologische Wirkung ausgeht, eine Zulassungs­ pflicht nach AMG selbstverständlich ist. Gegenstand der nachfolgenden Überlegung ist also die Frage, inwieweit es sinnvoll ist, derartige Verbrauchsmaterialien, die im Körper keinerlei pharmakologische Wirkungen erzeugen sollen, dennoch der Zulassungspflicht zu unterwerfen.

Betrachtet man den Wortlaut des Gesetzes, so. hat sich an der Arzneimitteldefinition von 1961 und dem AMG in der Fassung von 1978 praktisch nichts geändert. Die entsprechenden Gesetzeskommentare zum AMG 1961 belegen auch eindeutig, daß zahnärztliche Verbrauchsmaterialien als Gegenstände, also zulassungsfrei zu betrachten sind. In einem höchstrichterlichen Urteil im Jahre 1985 wurde festgestellt, daß zahnärztliche Werkstoffe wie Füllungsmaterialien zulassungspflichtig sind. In der anstehenden Gesetzesnovelle zum AMG schlägt nun die deutsche Dental-Industrie vor, das Gesetz dahingehend zu ändern, daß eindeutig im Gesetz aufgenommen ist, wie
z.B. auch bei den chirurgischen Nahtmaterialien, daß zahnärztliche Werkstoffe, insofern sie keine pharmakologische Wirkung entfalten, zulassungsfrei sind.

Die Begründung für diese Gesetzesänderung kann mit zwei Punkten kurz beschrieben werden:

1. Nutzen/Risikoabwägung

Die Zahnärzteschaft vertritt einhellig auf der ge­ samten Welt die Meinung, daß die Nutzen/Risikoabwä­ gung derartiger Materialien eine Zulassungspflicht, wie sie für pharmakologisch wirksame Arzneimittel gelten, nicht erforderlich ist.

2. Kostendämpfung

Der Gesamtmarkt für zahnarztliehe Materialien ist um Zehnerpotenzen kleiner als der Markt für Arzneimittel, die von praktizierenden Ärzten den Patienten verschrieben werden. Darüber hinaus zeigt sich, daß Neuerungen im Bereich der Zahnfüllungen im Durchschnitt alle drei Jahre eine Neuzulassung eines Präparates zur Nachfolge erforderlich machen. Durch die Häufigkeit der Innovation bzw. die geringe Größe des Marktes führen die Kosten dieser Zulassung zu einer deutlichen Erhöhung der Produktkosten. Seitens der Dental-Industrie wird geschätzt, daß sich diese Erhöhung bei etwa 200 im Vergleich zu den heutigen Kosten darstellt. Diese Kostensteigerung ist, insbesondere im Hinblick auf die beabsichtigten Maßnahmen der Kostendämpfung seitens der Bundesregierung unter Einbezug der oben genannten Nutzen/Risikoabwägung, nach Meinung der Dental-Industrie nicht verantwortbar.

PR II -/mw – 7. April 1986

23. IDS KÖln 1986 – Internationale Dental-Schau 7. bis 12. April 1986

Ausführungen von Jürgen Hoffrneister, Mitglied des Beirats des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie, aus Anlaß der Eröffnungs-Pressekonferenz zur 23. IDS arn 7. April 1986, 11 .00, Konferenzraum 3/4, Congress-Centrurn Ost, KölnMesse

Die internationale Dentalschau ist die weltumfassende Standortbestimmung technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen von zahnärztlichen Arbeitsplätzen.

Die Erkenntnisse aus Wissenschaft und Ergonomie werden gezielt dort eingesetzt, wo technischer Fortschritt bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes und des Arbeitsablaufes zum Nutzen des Zahnarztes dient. Die entscheidenden Impulse gingen in den Jahren 1958-65 von namhaften Ergonornen und kompetenten Fachleuten aus: die Umstellung von der sitzenden in die liegende Behandlungsposition. Diese Arbeitsweise bietet dem Behandler eine bessere und gesündere Arbeitshaltung.

Von der Dentalindustrie wurden erstmals 1965 auf der IDS in Stuttgart solche Arbeitsplätze vorgestellt, die auf diese neuen Konzepte ausgerichtet waren. Durch diese vorgegebene, veränderte Arbeitsweise und der danach standardisierten Basiskonzepte der Behandlungseinrichtungen, wurden bis heute stetige Verbesserungen der Patientenlagerung, der Arzt- und Helferinnenteile für die bestmögliche gesunde Arbeitshaltung von Zahnarzt und Helferin erzielt. Es sind Turbinen, die zuerst 1959/60 in Kleingeräten eingebaut waren und nunmehr auch in die Einheiten integriert wurden. Der elektrische Micro-Motor in Kombination mit Aufsatzinstrumenten löste zum damaligen Zeitpunkt die weltweit verwendete Bohrmaschine mit Doriot-Gestänge ab. Die Einheiten erhielten eine abgestimmte Kühlmedienversorgung für die Bohr- und Schleifinstrumente mit dazu notwendiger Absaugeinrichtung.

Anfang der 70er Jahre wurden die ersten Schritte unternommen, um die Funktionalität der Einheiten und Patientenstühle durch den Einsatz modernster Elektronik weiter auszubauen und zu verfeinern. Darüber hinaus konnte durch die Verwendung von ausgefeilten Modul- und Baukastensystemen eine gezielte Gestaltung des Arbeitsplatzes vorgenommen werden. Dem Wunsch nach individueller Arbeitsweise der Zahnärzte wurde so durch die Industrie Rechnung getragen.

Die Miere-Elektronik hielt zu Beginn der 80er Jahre auch Einzug in Dentaleinheiten. Sich häufig wiederholende Einstellungen der Betriebswerte der verwendeten Antriebe können leicht gespeichert und automatisch
wieder abgerufen werden. Die Behandlungsabläufe sind dadurch wesentlich vereinfacht worden.

Die Innovation von Instrumenten und Antrieben mit integrierten Lichtleitungen wird heute von allen Fachleuten als entscheidender Schritt nach vorne bezeichnet. Mit großem Entwicklungsaufwand wurden neben den Turbinen nunmehr auch die Micro-Motoren in Kombination mit den Winkelstücken mit integrierten Lichtleitungen ausgestattet. Die sich dadurch ergebende bessere Ausleuchtung des unmittelbaren Präparationsfeldes begünstigt nicht nur die Arbeitsergebnisse, sondern bedeutet für den Behandler auch eine erhebliche Augenschonung.

Heute stellt die IDS insbesondere funktionsausgerichtete Kompakt-Arbeitsplätze in den Vordergrund. Die Hygiene und die Arbeitserleichtung werden in hohem Maße berücksichtigt. Durch eine besondere Patientenstuhlkonstruktion mit großem Beinfreiraum für den Zahnarzt und die Helferin wird eine aufrechte, kraftsparende Arbeitshaltung ermöglicht. Mit der Ausstattung von flexiblen Einrichtungselementen werden harmonische Arbeitsabläufe geschaffen. Eine einge baute Entkeimungsanlage sorgt in hohem Maße für eine Keimreduzierung der Wasserleitungen in der Einheit und deren Antriebe.

Zuzüglich kann der Zahnarzt mit einer encsprechenden Intensiv-Entkeimungsanlage nach längerer Standzeit eines Gerätes sämtliche wasserführende Schlauchleitungen der Einheit selbst entkeimen. Bei der Entsorgung der Dentaleinheiten, von z.B. Amalgamresten oder Silber, bietet die Dentalindustrie durch den Einbau eines Sammelbehälters aktiven Umweltschutz an.

Was kann die Dentalindustrie dem Zahnarzt in Zukunft noch anbieten?

Der immer wieder zitierte schmerzlose Laserstrahl zur Abtragung von Zahnsubstanz ist nach heutigen Erkenntnissen nicht in Sicht.

Der Einsatz von Micro-Elektronik in der Ausrüstung und von Praxiscomputern wird mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Vor allem die Vorprogrammierung von Leistungsdaten, wie Drehzahlen und Frequenzen oder auch von Bewegungsabläufen, ist bestimmt zukünftig ein wichtiger Baustein für gezielte Präparationsaufgaben und Voraussetzung für die Erleichterung des zahnärztlichen Arbeitsablaufes.

Die Hygiene und die Prophylaxe wird ein breites Aufgabengebiet umfassen und zukünftig verstärkt in den Vordergrund treten. Hier gilt es, mit dem richtigen Einsatz von wirksamen Lösungen die Gesundheit des gesamten
Praxispersonals und der Patienten zu schützen.

Letztendlich dienen alle Entwicklungsanstrengungen der Dentalindustrie bei der Lösungstindung von Aufgaben ausschließlich dem Ziel, den Arbeitsplatz für den Zahnarzt und damit die Zahnmedizinischen Versorgungsmöglichkeiten der Bevölkerung mehr und mehr zu verbessern.

23. IDS Köln 1986 – Internationale Dental-Schau – 7. bis 12. April

Stichworte zu den Ausführungen von Dipl.-Kfm. Rüdiger Schweickhardt, 2. Stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie, aus Anlaß der ErÖffnungs-Pressekonferenz zur 23. IDS am 7. April 1986, 11.00 Uhr, Konferenzraum 3/4, Congress-Centrum Ost, KölnMesse.

Die Instrumentenindustrie hat – der Name sagt es schon – eine instrumentale Funktion. Sie ist also im Regelfall nicht Träger einer Entwicklung, sondern sie hat die Hilfsmittel bereitzustellen, die für die Anwendung neuer Behandlungstechniken oder neuer Materialien erforderlich sind.

Beispiele:

Instrumentarium für Implantologie, neue Abdrucklöffel für Abformmaterialien mit geänderter Viskosität, Füllungsinstrumente für stark haftende Füllungsmaterialien.

Nur ausnahmsweise steht. das Instrument am Anfang, meist wird es erst entwickelt, um eine Behandlungskonzeption realisieren zu können. So gibt es in diesem Bereich zwar ständige Fortentwicklung und Verbesserung, aber wenig sensationelle Neuheiten. Dafür außerordentlich große Sortimentsvielfalt – der Hersteller von Rang hat mehr als 1 .000 verschiedene Instrumente im Sortiment. Gesamtumfang klein, in der Branche ein Großunternehmen, das aber keine marktbeherrschende Stelle hat, sonst mittelständisch orientiert.

Starke Exportorientierung; die meist dominierende Stellung auf dem Weltmarkt ist heute schwächer. Ursache dafür die hohen Produktionskosten in Deutschland, die lohnintensiven Industriezweig belasten. In Industrie, Entwicklungs- und Staatshandelsländern sind neue Wettbewerber entstanden, die einen Anteil am wohl immer noch wachsenden Weltmarkt für Instrumente beanspruchen.

Die Chancen der deutschen Instrumentenindustrie liegen in der flexiblen Anpassung an geänderten Bedarf, ihrer Marktnähe und vor allem auch in der Verteidigung ihres Qualitätsstandards, der ihr ein hohes Ansehen auf den Märkten der Welt verschafft hat

23. IDS Köln – Internationale Dental-Schau – 7. bis 12. April

Ausführungen von Joachim Weiss, 1. Stellvertrender Vor­ sitzender des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie, aus Anlaß der ErÖffnungs-Pressekonferenz zur 23. IDS am 7. April 1986, 11.00 Uhr, Konferenzraum 3/4, Congress­ Centrum Ost, KölnMesse

Dental-Industrie und Zahntechnik

Heute erwartet jeder Patient, daß bei Verlust von Zähnen sein Zahnarzt in der Lage ist, ihm einen Zahnersatz einzugliedern, der funktionell, phonetisch und auch kosmetisch alle Wünsche erfüllt. Die umfassende Ausbildung der Zahnärzte, das Geschick der Zahntechniker, nicht zuletzt aber die innovativen Entwicklungen der Dental-Industrie machen dies möglich.

Denken wir zurück an die Zeit vor nur etwa 60 Jahren: damals dominierte die herausnehmbare Kautschuk-Prothese, gehalten von einem oder mehreren Gummisaugern.

Entwicklungsziele der Dental-Industrie auf dem Gebiet der Zahntechnik waren in den letzten Jahren unter anderem die Schaffung von vereinfachten, untereinander abgestimmten Verfahrenstechniken und die Substitution der kostspieligen, hochkarätigen Goldlegierungen durch preiswertere Palladium-Basis- bzw. edelmetallfreie Legierungen.

Zwischen Universitäten und Industrie hat sich in den letzten Jahren die konstruktive Zusammenarbeit verstärkt. Dies kommt auch in einem vom BMFI geför­ derten Forschungsprojekt zum Ausdruck, bei dem alle Beteiligten ihr Wissen einbringen.

Die Qualität der Zahntechnik nimmt, international gesehen, in der Bundesrepublik eine Spitzenstellung ein. Dies verdanken wir nicht zuletzt auch dem hohen Leistungsstandard der Zahntechniker.

Die IDS ’86 bietet einen für Laien vielleicht etwas verwirrenden Überblick darüber, was alles an Geräten und MateriaJien für die dritten Zähne erforderlich ist. Präzision ist großgeschrieben! Eine Krone beispielsweise
sollte auf dem Zahnstumpf nur einen Zementspalt von 50 WI aufweisen. Dies sind Genauigkeiten, wie sie nur von Spezialisten unter Verwendung bester Materialien und erstklassiger Ausstattung zu erzielen sind.

Der Exportmarkt ist hart umkämpft. Zum einen sind es die deutschen Hersteller untereinander, zum anderen aber auch die schnell wachsenden Dental-Industrien in Fernost, den USA und hier in Europa in Italien, die sich
stark Konkurrenz machen. Teilweise unterstützen die Regierungen im Ausland mit erheblichen Subventionen, was den internationalen Wettbewerb nicht leichter macht.

Der Export von Geräten und Materialien für zahntech- nische Produkte geht Hand in Hand mit der technischen Schulung der dortigen Kräfte in den jeweiligen Ländern. Der Bedarf ist groß und wird limitiert durch die in
den Absatzgebieten zur Verfügung stehende Man-power.

Entwicklungshilfe auf dem Gesundheitssektor ließe sich wirkungsvoll curch Einrichtung einer Zahntechniker­ Schule in der Bundesrepublik für Ausländer praktizieren. Eine Ausbildung Über 2-4 Semester von 30 Schülern wäre über Jahre ausgebucht: Die dort ausgebildeten Zahn­ techniker wären in ihren Ländern die Botschafter für deutsche Technik.